Duo Feldmann Kusnezow

Tobias Feldmann, Geige

Boris Kusnezow , Klavier

 

 

Rhein-Zeitung Ausgabe Koblenz vom 29. Januar 2014

Dr. Lieselotte Sauer-Kaulbach

 

Heitere Plauderei und harter Schlagabtausch

 


Wie gut, dass es sie gibt, die "Bundesauswahl Konzerte junger Künstler" des Deutschen Musikrates, für jeden Konzertveranstalter eine alljährlich sprudelnde Quelle, aus der sich Qualität schöpfen lässt. Das bestätigte eine Matienee in der Villla Michels in Andernach  mit dem Geiger Tobias Feldmann, Jahrgang 1991, und dem sechs Jahre älteren, in Moskau geborenen Pianisten Boris Kusnezow.

 

Feldmann, der seit 2010 in Berlin bei Antje Weithaas studiert, und Kusnezow, Student in Hannover unter anderem bei Markus Becker, beide vielfach preisgekrönt, demonstrieren diese Qualität gleich in Mozarts Soante F-Dur KV 573. Ein Stück, das er seiner Schülerin Josepha Auernhammer gewidmet hatte. Dabei entfaltete sich zwischen beiden mal heiteres, mal gefühlvolles Gespräch, bei dem Feldmann und Kusnezow stets die Balance zwischen Spielerei und Tiefgründigkeit bewahren.

 

Welten liegen zwischen diesem Werk und der Sonate Nr. 2 D-Dur op. 94a, die Sergej Prokofjew 1943 zunächst für Flöte und Klavier schrieb und später, auf Bitten David Oistrachs und mit diesem zusammen für Violine und Klavier bearbeitete. Prokofjew bezeichnete sie selbst als Sonate "in zartem, flüssigem, klassichem Stil", erfasst damit aber nur einen Teil. Denn dem Zarten kontrastiert das Harte, dem Flüssigen kriegerische Marschanklänge, dem Klassischen eine bis zur Zersplitterung vorangetriebene Modernität. Das hat partiell etwas von agressivem Schlagabtausch, beruhigt in Momenten schönsten melodischen Miteinanders.

 

Feldmann und Kusnezow, schon hier kompromisslos in Dynamik und Tempo, setzen dem noch die Krone auf mit Beethovens Sonate Nr. 9 A-Dur op. 47, nach ihremn zweiten Widmungsträger "Kreutzer Sonate" genannt. Aspruchsvollste Kost nicht nur, aber vor allem für die Geige, die den ersten Satz langsam eröffnet, bevor sie mit dem Klavier in feierlichen Dialog tritt. Das Presto entfaltet einen wüsten Sturm aus Tremoli und Akkordbrechungen. Wasser ins Feuer gießt der große Variationensatz vor einem Finale mit der Wildheit einer Tarantella. Feldamann und Kusnezow bleiben selbst in den stürmischsten Momenten Herren der Lage und der Schönheit des Klangs verpflichtet.