Duo Kim Bodendorff

Sae-Nal Lea Kim, Klavier

Marie-Luise Bodendorff, Klavier

 

Rhein-Zeitung, Ausgabe Andernach vom 05.03.2014

Dr. Lieselotte Sauer-Kaulbach

 

Vierhändige Klaviermusik von Mozart & Co.

 

Mozart tat es, Grieg, Schubert und Rachmaninow taten es auch: Sie musizierten mit Schwester und Schülerin, mit Frau oder Freund vierhändig auf dem Klavier und schrieben dafür die passenden Werke. Musik, die zu hören ist in der letzten Matinee der aktuellen Saison der Villa Michels in Andernach.

 

Wenn es auch nebenan in der Mittelrheinhalle karnevalistisch zugeht: Über Zuspruch können die Pianistinnen Sae-Nal Lea Kim und Marie-Luise Bodendorff, die sich beim Studium in Hannover trafen und 2011 für den Deutschen Musikwettbewerb zum Duo formierten, nicht klagen. Schließlich passt gerade ihr Programm perfekt ins großbürgerliche Interieur der Villa, wobei sie gleich in Mozarts für seine Schülerin Franzsika von Jaquin komponierten C-Dur Sonate KV 521 klarmachen, dass sie es durchaus nicht auf Salonglätte anlegen. Das wäre auch bei diese Sonate, die vier gleichermaßen viel und virtuos beschäftigte Hände auf dem Klavier fast orchestrale Klangfülle zaubern lässt, fehlt am Platze. Erste und zweite Stimme sind schon im Allegro mit vollgriffigen Akkorden und schnellen Läufen eingedeckt, anspruchsvoller Stoff zum Auftakt, der Kim bei den Läufen manchmal in Bedrängnis und den Bodendorff durchgängig etwas zu laut geraten lässt.

 

Derlei Porbleme treten in Edvard Griegs nach Volksliedmotiven komponierten "Vier Norwegischen Tänzen" op. 35 in den Hintergrund, verblassen hinter der Rückhaltlosigkeit, mit der die Pianistinnen den Wechsel langsam-schwermütig und unbeschwert-heiterer Teile nachvollziehen, ihn durch entschlossenes Pointieren gar noch betonen.

 

Feinfühliger gehen die Beiden in dem vom Verleger so reißerisch betitelten "Lebensstürmen" Franz Schuberts ans Werk, dem umfangreichen Allegro a-Moll op. posth. 144 D 947, geschaffen für sich und seinen Lieblingsduopartner Franz Lachner. Und das ist gut so, denn wenn auch der Beginn dem Titel genau zu entsprechen zu scheint, verraten andere Partien desto klarer den empfindsamen singenden Schubert. Drastischer koloriert werden, berechtigt, die abschließenden "6 Morceaux" op. 11 Sergej  Rachmaninows, bestehend aus sechs Charakterstücken, die ohnehin nicht mit Farben geizen, mit Wellengewoge und Glockengeläut und in der furios gipfelnden Salva von liturgischem Ernst künden.