Duo Ruh Stepp

Janina Ruh. Violoncello

Jakob Stepp, Violoncello


Alte Instrumente erklingen bezaubernd in jungen Händen


Allein die Instrumente und ihre Herkunft ließ die Herzen der Liebhaber der Cellomusik höherschlagen. Dasjenige,  auf dem Janina Ruh bei der letzten Kammermusikmatinee der Saison in der Villa  Michels in Andernach spielte, baute der Guarneri-Sohn Andrea 1713 in Cremona, das ihres Partners Jakob Stepp baute 1845 in Paris Baptiste Vuillaume. Kostbare, mit ihrer ausgeprägten Klangpersönlichkeit bezaubernde Instrumente, die den beiden als Leihgabe aus Privatbeseitz beziehungsweise aus dem Deutschen Musikintrumentenfonds zur Verfügung gestellt werden.


Sie sind nur eine von vielen Auszeichungen, die Ruh, 1989 in Rottweil geboren und seit 2010 Studentin bei Wolfgan Emanuel Schmidt in Berlin und der zwei Jahre jüngere Stepp, der bei Heinrich Schiff in Wien studiert, bisher ernteten.


Die Eckpunkte des Matineeprogramms bilden die Suite Nr.1 op.72 für Cello solo Benjamin Brittens und die Suite für 2 Celli op.16 David Poppers. Ruh, 2014 von SWR2 unter die karriereträchtigen "New Talents" aufgenommen, überzeugt in der ersten der drei Cellosuiten Brittens durch ihre interpretatorische Intensität, basierend auf souveräner Technik. Nichts kann sie aus der Ruhe bringen, nicht das treibende Staccato der Fuga, nicht das leidenschaftlich innige Lamento, die pizzicato-duftige Serenade, die rhythmisch tückische Marcia oder der sich über brummenden BordunBass fortdrehende Finalsatz.


Eine so starke Musikerin hat mit Jakob Stepp, der sich solistisch mit Witold Lutoslawskis aphoristisch knappen "Sacher-Variationen" profiliert, in der Suite des böhmischen Cellisten und Komponisten Popper einen selbstbewussten Partner. Zwei, die sich in ihrer Musikalität potenzieren, die Poppers neoklassizistisches, mit Zitaten reichlich spielendes Werk zum Funkeln bringen, das walzerträchtige Andante grazioso, das janusköpfige, auf den Kontrast zwischen dem folgenden Largo und dem rasant beschleunigten Marcia-Finale voausdeutende Scherzo.


Die Garnitur zu Britten und Popper liefern eine Sonate des französischen Barockcellisten und -komponisten Jean-Baptiste Barriére und ein in vielem seinerseits noch ganz barock anmutenden Duo Joseph Haydns, das in D-Dur, Hob.X 11 sowie Jaques Offenbachs E-Dur-Duo op. 54, mit dem Ruh / Stepp schwelgerisch-kantabel in den Morgen starten.