Trio Pascal spielte wie aus einem Guss

Andernach Aktuell 03/2016

von Michael Harbeke

 

 

Zum Jahresanfang veranstaltete die Villa Michels das dritte Konzert ihrer alljährlichen kleinen aber feinen Konzertreihe, die weit über die Region hinaus bei Klassikfreunden Bekanntheit besitzt. Die Organisatorin der Kammerkonzerte, Claudia Karrich-Schlax, führte in die Veranstaltung ein, zu der wieder einmal zahlreiche treue Besucher und solche die es werden wollten, erschienen waren. Sie freut sich, dass sie das Trio Pascal für ein außergewöhnliches Konzert gewinnen konnte: "Schon seit 2014 pflege ich zu den hochdekorierten Musikern und Stipendiaten Kontakt. Es ist bemerkenswert, die für die Kammermusik äußerst seltene Zusammensetzung Piano, Violine und Klarinette, heute im Saal der Villa Michels erklingen zu hören."

 

Die junge Österreicherin und Violinistin, Johanna Pichlmair, wurde flankiert vom Klarinettisten David Kindt und dem Pianisten Helge Aurich, welche - trotz ihrer jungen Jahre - national wie international erfolgreich sind. Wie zu jeder Veranstaltung erklangen nur Schmankerl des klassischen Musikkanons. Gefördert wurde das Konzert durch den Deutschen Musikrat, welcher das Projekt "Bundesauswahl Konzerte junger Künstler" leitet. Die Villa Michels greift auf diesen vielversprechenden Pool zurück, der Instrumental-Talenten von Morgen, die bereits echte Profis sind, Wege in die Klassikszene ebnet. Das Trio Pascal hatte die Matinee unter Hermann Hesses Aphorismus "Wie Tropfen goldenen Lichts fielen die Töne in die Stille" gestellt. Diesem poetischen Bonmot entsprachen von ihrer Schönheit und Ästhetik alle präsentierten Stücke.

 

Zunächst erklang der Komponist Max Bruch (1838-1920). Zu seinem Opus 83, das acht Stücke für Klarinette, Viola und Klavier umfasst, gibt es eine hörenswerte Anekdote zu erzählen: Max Bruch hatte verfügt, dass dieser Zyklus nicht komplett gespielt werden sollte, weshalb das Trio Pascal auch nur fünf seiner Stücke formvollendet zum Besten gab.

 

In der Besetzung Klarinette und Klavier folgte ein Werk des Komponisten Carl Maria von Weber (1736-1826). Das "Grand Duo Concertant in Es-Dur" besiegelte die erste Hälfte der Matinee unter viel Applaus. In der Pause wurden trotz der bissigen Kälte die Flügeltüren der Villa Michels kurz geöffnet. Auf dem Balkon genoss das Publikum einen herrlichen Winterblick auf den Rhein und freute sich schon darauf, sich im zweiten Teil an der Musik des Trio Pascal wieder auf wohlige Zimmertemperatur zu erwärmen.

 

Nach der Pause erklang Johannes Brahms´ (1833-1897) Sonate op. 108 d-Moll für Violine und Klavier. Vier abwechslungsreiche Sätze ließen Raum und Zeit verschwinden - Künstler und Auditorium befanden sich im Einklang mit der Musik.

 

Zum Abschluss der Matinee spielte das Trio Pascal Felix Mendelssohn Bartholdys´ Konzertstück Nr. 1 f-Moll, das unter großer Anteilnahme noch einmal Akzente setzte. Im Anschluss gab es dann den bekannten Umtrunk, den die Familie Karrich ihrem Publikum in der Villa Michels bereitete.