Villa Michesl startete furios ins neue Jahr - Trio Kadesha begeisterte die Besucher bei der Matinee

Andernach aktuell, 2/2017, Seite 3

von Michael Harbeke

 

 

Die drei jungen Preisträger, die die Organisatorin Claudia Karrich-Schlax in der Villa Michels empfing, hatten für das Musik verwöhnte Publikum meisterhafte Werke im Köcher, die an dem nebelverhangenen Januarrmorgen ein Lächen auf das  Gesicht der Gäste zauberten. Der charismatische (Locken)-Kopf des Trios war Joanian Ilias Kadesha, welcher mit seinem virtuosen Violinen-Spiel mehrmals Akzente setzte. Flankiert wurde der national wie international gefeierte Künstler von zwei nicht minder talentierten und hoch dekorierten Ausnahmenachwucheskünstlöern: Theo Plath (Fagott) und Fabian Müller (Klavier) werden genauso wie Kadesha vom Deutschen Musikrat gefördert. Sie sind Teil des Projekes "Bundesauswahl Konzerte Junger Künstler" für deren Absolventen Claudia Karirch-Schlax Tür und Tor öffnet. Voller Begeisterung für die jungen Musiker ist die Organisatorin der Konzerte der Villa MIchels, dem Schmuckstück, welches direkt am Rhein unter alten Platannen gelegen ist. "Das Trio Kadesha hat mich vom ersten Ton an überzeugt, ihr feuriges Spiel hat mich direkt gefangen genommen, so dass meine Entscheidung, sie zu engagerien, mir leicht gefallen ist."

 

Die Matinee stand unter dem Motto "Unter Freunden" und versammelte bekannte Komponisten der Romantik und der beginnenden Moderne.  Der Pianist Fabian Müller, der auch den Part des Moderators übernahm, strich die Rarität des Fagotts in der Musikliteratur heraus: "In den letzten 100 Jahren ist kaum etwas für das Fagott in einem kammermusikalischen Werk komponiert worden. Es ist eine rechte Rarität. So wurde das Werk von  Charles Levebrve (1843-1917), von ihm hörte das Auditorium die Ballade für Violine, Fagott und Klavier, extra für das Konzert von den Künstlern für die Instrumentierung bearbeitet.

Mit Camille Saint-Saens (1835-1921) ging es kurz darauf "französisch" weiter. Seine Sonate für Fagott und Klavier op. 168 leitete gekonnt zu Edvard Griegs (1843-1907) Sonate für Violine und Klavier über, bei der sich insbesondere Jonian Ilias Kadesha musikalisch in Szene setzen konnte.

Fabian Müller präsentierte nach der Pause Franz Liszt (1811-1866) Komposition "Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen" - eine Variation über ein Motiv von Bach, welches Liszt im Eindruck tiefster Trauer 1859 für Piano komponiert hatte. Nachdem seine Tocheter gestorben war, verarbeitete er sein Leid in einem Werk voller Schwermut und Melancholie. Als einzig erhellenden Lichtblick ließ er es mit einem Choral Bachs "Was Gott tut, das ist wohlgetan" enden. Liszt, der in seinen letzten Lebensjahren von einem tiefen Glauben begleitet wurde und noch spät Priester geworden ist, hat in diesem beeindruckenden Werk seinen großen Schicksalsschlag verarbeitet. 

Das Trio Kadesh beendete die Matinee in der Villa Michels mit einem furiosen Trio von Felix Mendelssohn-Bartholdy - dieses Mal wieder in einer Bearbeitung: Sein Trio Nr.1 d-moll setzte den würdigen Schlussakkord.

 

 

Villa Michels startete furios ins neue Jahr
Quelle: Andernach AKTUELL, 2/2017, Seite 3
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