Miao Huang begeisterte in der Villa Michels mit Romantik und Crossover/Jazz

 

Andernach aktuell, Nr. 49, S. 17

 

Die Pianistin Miao Huang, zum dritten Mal in der Villa Michels zu Gast, ist bislang die einzige weibliche Teilnehmerin in der Geschichte des Deutschen Musikwettbewerbs, die den begehrten Hauptpreis in der Klavierwertung gewinnen konnte. Sie spielte in der Matinee von dem polnischen Romantiker Frederic Chopin Ballade Nr. 4 f-Moll und Sonate Nr. 3 h-Moll, auch als Konzert ohne Orchester bezeichnet. Beide Stücke sind adligen Damen gewidmet, die Chopin in Paris als Lehrer unterrichtete. Dass das Klavier Chopins „2. Ich“ ist, zeigen viele der sehr komplexen vielfältigen Werke; trotz allem hat er hat  fast nur für Klavier komponiert und hier einen ganz neuen Musikstil prägte, Werke so dicht und mit vielen wunderschönen feinen Belcanto-Melodien durchzogen, die Huang eindrucksvoll in Szene zu setzen vermochte.

 

Aus dem Jazzbereich gab es nach der Pause das sehr meditativ wirkende Peace Piece von Bill Evans und von Nikolai Kapustin die Variations op. 41 zu hören.

 

Den Abschluss bildete die grandios vorgetragene Klavierfassung von George Gershwins Rhapsody in blue, die dieser für Whiteman schrieb. Paul Whiteman wollte eine Verknüpfung von Jazz und Klassik für Orchester schaffen, die dann zur Geburt des sinfonischen Jazz führte. Sein Arrangeur Ferde Goffre instrumentierte mit Gershwin zusammen die Fassung für Orchester.

 

Mit Alberto Ginasteras feurigen Danzas Argentinas als Zugabe verabschiedete sich die Künstlerin Miao Huang mit langem Applaus.

 

Miao Huang begeisterte in der Villa Michels mit Romantik und Crossover/Jazz
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