Die Gründerzeitvilla in der Kölner Straße 4 wurde im neobarocken Stil von 1893-1897 durch die Industriellenfamilie Franz-Xaver Michels und seiner Frau Maria geb. Meurin erbaut. Die Familie hatte 8 Kinder.

 

Die Villa ist eingebunden in das Ensemble Runder Turm, Kirche Maria Himmelfahrt und Alter Krahnen.

 

Nach dem Tode seiner Mutter Maria Michels hat Dr. Alfred Michels das Haus als Erbteil übernommen und weitergeführt.

 

Nach dem Krieg begann Dr. Alfred Michels mit den sog. Andernacher Bildungsabenden in der Villa Michels sein verstärktes Bemühen um kulturelle Bildung und Bindung. Nach dem zweiten Weltkrieg besuchte 1956 Kanzler Konrad Adenauer die gerade aufgestellte Bundeswehr in Andernach mit Ministerpräsident Peter Altmeyer und Minister Theodor Blank. Sie waren auch zu Gast in der Villa Michels, die auch als Begegnungsstätte zwischen junger Bundeswehr und Bürgerschaft diente.

 

1967 initiierte Dr. Alfred Michels ein deutsch-französisches Offizierstreffen mit, bei dem sich der Freundeskreis der Regimentskameraden des ehemaligen Reserve-Infanterie-Regiments 235 aus dem ersten Weltkrieg trifft: in 1967 erstmals mit überlebenden Offizieren des französischen Regiments 202. Diese beiden Regimenter hatten sich auf Höhe 185 im Jahre 1917 in der Champagne-Ferme gegenübergestanden.

 

Zum ersten Kammerkonzert gastierten im August 1965 Ruperta Schaffganz (Klavier) und Konrad Littmann (Violoncello). Danach folgten zahlreiche Solisten wie die Pianistin Emma Sagebiel aus Koblenz, die bekannten Klavierprofessoren Jürgen Uhde, Hans Jander und Michael Braunfels, Eberhard Donner und Michael Deichmann. Viele der damals sog. jungen Künstler sind heute arrivierte Professoren an renommierten Musikhochschulen. Neben Musik des Barock und der Romantik wurde auch Werke der Gegenwart wie Kammermusik des komponierenden Hohenzollernprinzen Albrecht aus Namedy aufgeführt. 

 

Der Geist der Musik und des Wortes, weht wo er will....so gab es auch herausragende Vorträge zu Meditation von Abt Urbanus Bomm und Prior Emmanuel von Severus aus Maria Laach, es sprachen die Professoren Horst Fuhrmann und Pius Merendino zu wichtigen Themen der Zeit und konnten viel Aufschließendes und Klärendes in Ihren Vorträgen an eine große Hörerschaft weitergeben. Schon damals waren Besucherkreise von 100-150 Personen je Veranstaltung für Vorträge und Konzertmatineen keine Seltenheit, vor allem die Vorträge waren zu ihrer Zeit sehr gut besucht.

 

Nach Gründung des Deutschen Musikwettbewerbs mit der BAKJK (Bundesauswahl Konzerte Junger Künstler), einem Projekt des Deutschen Musikrates, für die Saison 1958 /1959 vor mehr als 55 Jahren, unterstützen wir seit 1972 die Förderung Junger Künstler mit unseren Matineen und sind der BAKJK sehr verbunden. So gastierte am 05.02.1972 bereits Klaus Hellwig am Klavier in einer Matinee in Andernach und viele weitere heute sehr arivierte Professoren folgten als "Junge Künstler".

 

Nach dem Tode von Dr. Alfred Michels im Dezember 1978 hat seine Tochter Gabriele Karrich ab Januar 1979 im Sinne Ihre Vaters die Matineen beherzt weitergeführt, unterstützt von ihrem Mann, mit dem sie auch viele musikalisch orientierte Reisen unternahm. Hierbei standen Ihnen die Ehepaare Hans und Brigitte Mostert sowie Dres. Erich und Renate Hügl zur Seite.

 

Seit 1991 ist die Villa Michels mit Ihren Räumlichkeiten im Hochparterre und auch einigen Büroräumen im 1. Stock an die Lead1ng AG, Holding der KKAG und Change International vermietet. Ihr Gründer Guido Betz hat die Villa als Hauptsitz und Veranstaltungsort des international agierenden Unternehmens für strategische Personal- und Organisationsentwicklung etabliert. Für die Kammermusikmatineen steht die Villa nach Absprache immer zur Verfügung.

 

Zur Durchführung der Matineen wurde 1996 ein Steinway Konzertflügel B unter Beratung vom Musikhaus Thilemann erworben, um den Künstlern eine bestmögliche Performance zu ermöglichen. Schon damals wurde sich der Unterstützung und Weiterführung der Konzerte in der nächsten Generation rückversichert.

 

Im Jahr 2002 wurde anlässlich des 150. Konzertes durch Landrat Albert Berg-Winters das Bleiglasmosaik des Kreises Mayen Koblenz an Frau Gabriele Karrich als Dank für ihr kulturelles Engagement überreicht. Im gleichen Jahr hat der Ministerpräsident Kurt Beck Frau Gabriele Karrich die Ehrennadel des Landes Rheinland-Pfalz für Ihr kulturelles Engagement verliehen, deren Überreichung am 20.06.2002 durch den Oberbürgermeister der Stadt Koblenz, Dr. Eberhard Schulte-Wissermann, erfolgte.

 

Seit der Konzert-Saison 2012/2013 hat Gabriele Karrich die Weiterführung der Matineen in die Hände Ihrer Tochter Claudia Karrich-Schlax gelegt, die von Ihrer Familie darin sehr unterstützt wird und die bereit sind, sich für die Weiterführung der Konzertmatineen mit Elan und Freude einzusetzen. Gabriele Karrich steht mit ihrer langjährigen Erfahrung gerne noch beratend zur Seite.

 

So freuen wir uns darauf, dass wir mit Ihnen im Jahr 2015, sowohl mit unseren langjährigen Kammermusikfreunden wie auch vielen neuen Teilnehmern unserer Matineen, 50 Jahre Kammerkonzerte Villa Michels feiern können.

Guta von Freydorf-Stephanow: Villa Michels mit Kirche und rundem Turm
Guta von Freydorf-Stephanow: Villa Michels mit Kirche und rundem Turm